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Winterzeit ist richtig für Baumfällungen: Stadt macht sich die Entscheidung nicht leicht und beurteilt jeden Fall sorgfältig

Gerade die kalte Jahreszeit eignet sich für Baumfällungen, weil die Bäume eh in eine Vegetationsruhe eingetreten sind. Jetzt im Januar konzentrieren sich die Aktivitäten auf den Stadtpark und das Spreeufer. Im Stadtpark handelt es sich vorwiegend um kranke und morsche Robinien, die eine deutliche Gefahr darstellen. In der südlichen August-Bebel-Straße werden zwischen Rauener Kirchweg und Autofucus Spitzahorne gefällt, die dort als Wildwuchs standen und keine guten Entwicklungschancen hatten. „Zu allen Baumfällungen gibt es eingehende Untersuchungen und Gutachten“, betont Fachfrau Susanne Kleinschmidt. Zu den üblichen Öffnungszeiten der Verwaltung könnten Interessierte im Zimmer 234 auch jederzeit Einblick in die Gutachten nehmen.

Einen Überblick über die Maßnahmen bieten folgende Tabellen: 

 Fällungen Januar 2012
 Fällungen Februar 2012


Sturmschäden im Stadtpark und am Spreeufer: Großes Aufräumen und zahlreiche Fällungen auch im Nachgang notwendig

Nach dem großen Sturm vom 11. September abends ist die Schadensbilanz erheblich: 15 Bäume sind entwurzelt oder abgebrochen. Unzählige große Äste sind im gesamten Stadtgebiet abgebrochen und teilweise auf Geh- und Radwege sowie auf die Fahrbahn gefallen. 25 Bäume mussten aufgrund von massiven Kronenausbrüchen oder Wurzelabrissen im Nachhinein gefällt werden. In 20 Fällen kam es zu Schäden auf Privatgrundstücken. 

Besonders betroffen waren
- Süd im Bereich zw. August-Bebel-Straße, Hauffstraße, Lange Straße und Wielandstraße
- Spreeuferpark
- Stadtpark entlang der Dr.-Wilhelm-Külz-Straße
- Park der Jahreszeiten

Während der Aufräumarbeiten mussten einige Grünanlagen auch zeitweise gesperrt werden. Ende letzter Woche konnten die Arbeiten weitgehend abgeschlossen werden. In einigen Straßen in Süd und Mitte, die besonders betroffen waren, wird zeitnah eine zusätzliche Baumkontrolle durchgeführt. 


Einige Impressionen aus Fürstenwalde











Wie geht es Fürstenwaldes Bäumen? Trotz des Dauerregens scheinen manche Bäume krank…

Hässliche schwarze Flecken auf Ahornblättern, die aussehen als ob es sich um Teerflecken handeln würde, entlaubte Rotdorne und mickrige Eichen – was ist los mit den Fürstenwalder Bäumen? Es scheint, dass der viele Regen den Bäumen nicht geholfen hat. Oder was steckt hinter diesen Beobachtungen?

Susanne Kleinschmidt, die Grünexpertin der Fachgruppe Straßen und Grünflächen der Stadt fasst es so zusammen: „Die Bäume leiden unter den extremen Wetterbedingungen in diesem Jahr: erst der kalte lange Winter mit teilweise Kahl- und Spätfrösten, dann das heiße und trockene Frühjahr und zu guter Letzt der sehr feuchte Sommer, der vor allem das krankhafte Pilzwachstum begünstigt.“

Auf zahlreichen Bäumen im Stadtgebiet lassen sich die Krankheitszeichen beobachten. Der „Echte Mehltau“ befällt vor allem Ahorn und Eiche. Er sieht hässlich aus, schadet den Bäumen aber nicht weiter. Die Blattfallkrankheit beim Rotdorn macht sich vor allem dadurch bemerkbar, dass die Blätter vorzeitig fallen und die Bäume dadurch schon im Sommer wie tot aussehen. Die Blattfallkrankheit wird hervorgerufen durch einen Pilz, den Diplocarpon maculatum. Gerade durch die feuchtwarme Witterung wird das Pilzwachstum begünstigt. Tritt der Befall nicht zu oft hintereinander auf, so können die Bäume das gut wegstecken. Beim Ahorn zeigt sich derzeit häufig die Teerfleckenkrankheit. Dabei weisen die Ahornblätter schwarze, kreisrunde Flecken auf, die durch Blattfleckenpilze entstehen. Sie sehen aus, als wäre schwarzer Teer auf die Blätter getropft. Auch Platanen haben mit einem Pilz zu kämpfen, der bei uns vor allem in den letzten Jahren in niederschlagsreichen Frühjahren aufgetreten ist. Der Pilz besiedelt vor allem die erste Blattgeneration im Frühjahr, als Folge welken die Blätter und sterben ab. Diese Krankheit wird als Platanenblattbräune bezeichnet. In der Regel können sich die Bäume schnell regenerieren, da die nachwachsenden Blätter meist gesund bleiben.

Für alle diese Pilzkrankheiten an Bäumen gilt. Da direkte Bekämpfungsmaßnahmen durch den Einsatz von Fungiziden aus technischen Gründen (Größe der Bäume) und finanziellen Gründen im öffentlichen Raum nicht durchführbar sind, kann nur durch das Entfernen des infizierten Laubs für das kommenden Jahr vorgesorgt werden, ähnlich wie bei der Bekämpfung von Miniermotten. Gerade diese Aktionen hätten, wie man gut an Straßenbäumen und in Parkanlagen beobachten kann, wirklich etwas gebracht.

„In der Regel verkraften die Bäume den Pilzbefall und erholen sich in der nächsten Saison, auch wenn einige jetzt recht traurig aussehen“, so Susanne Kleinschmidt.